Schmerzen – häufig eine Folge von Übersäuerung

Aus Thera-Pedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Übersäuerung begünstigt Entzündungen und führt zu Knochen- und Muskelabbau

In vielen Fällen lassen sich chronische Schmerzzustände, wie Rheuma, Rücken- oder Gelenkschmerzen, auf eine latente metabolische Azidose zurückführen. Dabei befinden sich zu viele Säureablagerungen in unseren Geweben. Durch eine Überlastung der Puffersysteme des Körpers können die Säuren nicht mehr abtransportiert und ausgeschieden werden. 

Die Nieren sind die wichtigsten Säure-Ausscheidungsorgane. Mit abnehmender Nierenfunktion im Alter werden die Säuren jedoch nicht mehr ausreichend ausgeschieden und lagern sich insbesondere im Bindegewebe ab. Ein saurer Gewebs-pH-Wert kann die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen und Schmerz hervorrufen. In der Schmerzübertragung spielen säuremessende Ionenkanäle eine zentrale Rolle (Sluka et al., 2009). Zu viele Säuren im Gewebe begünstigen zudem schleichende Entzündungen, die wiederum zu Schmerzen führen. Dabei bilden Übersäuerung und Entzündung einen Teufelskreis, denn Entzündungsgeschehen führen zur Bildung von weiteren Säuren. Daneben ist auch eine mangelnde Durchblutung von Bedeutung, die Übersäuerung und Entzündung zusätzlich fördert.  

Bei rheumatoider Arthritis wurde beispielsweise festgestellt, dass die Gelenksflüssigkeit saurer ist als in anderen Fällen. Die Säuren führen auch zu einer zunehmenden Schädigung der Nieren – ein weiterer Teufelskreis entsteht (Frassetto et al., 1996).

Der Körper versucht dem gegenzusteuern und die überschüssigen Säuren zu neutralisieren, indem er zu diesem Zweck aus den Knochen die Mineralstoffe Calcium und Magnesium freigesetzt. Dies führt zu einem Abbau der Knochensubstanz sowie zu einer vermehrten Calciumausscheidung über den Urin. Ist die Nierenfunktion beeinträchtigt, lagern sich die neutralisierten Säuren im Körper ab. Die dabei entstehenden Verkalkungen führen zu weiteren Schmerzen in Nerven, Sehnen, Muskeln und Gelenken.

Um überschüssige Säuren zu binden, werden im Alter aus den Muskeln zusätzlich stickstoffhaltige Basen mobilisiert. Diese stammen aus dem Abbau von Aminosäuren, so dass auch Muskelabbau die langfristige Folge einer latenten Azidose ist.

Beeinträchtigung von Bindegewebe und Gelenken durch Übersäuerung

Das Bindegewebe ist ein wichtiges Puffersystem für überschüssige Säuren. Es besteht unter anderem aus Proteoglykanen. Hierbei handelt es sich um eine Verbindung aus Proteinen und unterschiedlichen Zuckern, den Glucosaminoglykanen. Diese enthalten viele funktionelle Gruppen mit negativen Ladungen, wie z. B. Sulfat, durch die das Bindegewebe Wassermoleküle binden kann. Dadurch ist es elastisch und flexibel. Ist das Bindegewebe übersäuert, sind die negativen Ladungen der Proteoglykane neutralisiert und die Wasserbindungskapazität ist reduziert (Vormann und Goedecke, 2006). Cellulite ist ein prominentes Beispiel hierfür.

Eine Übersäuerung beeinträchtigt auch die Gelenke. Denn auch das Knorpelgewebe unserer Gelenke besteht aus Proteoglykanen. Durch die an die Proteine gebundene Hyaluronsäure (ein Glucosaminoglykan) besitzt der Gelenkknorpel eine sehr hohe Wasserbindungskapazität. Bei einer Übersäuerung ist diese wie beim Bindegewebe reduziert. Dies führt zu einer reduzierten Elastizität des Gelenkknorpels, was dessen Verschleiß durch mechanischen Stress begünstigt. 

Da unsere Gelenke weder mit Blut- noch mit Lymphgefäßen versorgt sind, ist das Bindegewebe für die Gelenke ein sehr wichtiger Transportweg für alle benötigten Nährstoffe. Wenn das Bindegewebe übersäuert ist, kann das Gelenk nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Auch die Bänder und Sehnen werden durch die Säuren beeinträchtigt – so ist der gesamte Bewegungsapparat betroffen (Vormann und Goedecke, 2006).

Pflanzliche Ernährung lindert Schmerzen

In klinischen Studien reduzierte der Verzicht auf tierische Lebensmittel zugunsten pflanzlicher Lebensmittel deutlich die Beschwerden bei rheumatischen Erkrankungen und Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz). Eine pflanzenbetonte Ernährung besserte bei Rheuma-Patienten das Schmerzlevel, die Morgensteifheit sowie die Anzahl entzündeter Gelenke (Kjeldsen-Kragh et al., 1991). Bei Fibromyalgie-Patienten konnten durch eine basische, rohköstliche Ernährung neben Schmerzen auch Gelenksteifheit und Schlafqualität positiv beeinflusst werden (Donaldson et al., 2001; Hänninen et al., 1999; Kaartinen et al., 2000).

Gemüse, Obst und Kräuter sind reich an organischen Basenbildnern wie Citraten. Gebunden an die Citrate liefern diese Lebensmittel die Mineralstoffe Kalium sowie Calcium und Magnesium im Verhältnis von 3:2. Kalium, Calcium und Magnesium in Verbindung mit Citraten wirken basisch und neutralisieren anfallende anorganische Stoffwechselsäuren. So können diese Verbindungen die Schmerzempfindlichkeit senken und Schmerzen verringern.

Mineralstoffe auf Citratbasis wirken auch als Nahrungsergänzung 

Studien belegen die positiven Wirkungen von Citraten auch bei Aufnahme in Form von Nahrungsergänzungsmitteln.

Für eine 12-wöchige Studie nahmen 19 von 37 teilnehmenden Patienten mit rheumatoider Arthritis zusätzlich zu ihrer normalen Ernährung und Medikation täglich 30 g basische Mineralstoffe auf Citratbasis in Form eines Nahrungsergänzungsmittels ein. Die basische Wirkung der Mineralstoffe wurde durch erhöhte Urin-pH-Werte bestätigt. In der Versuchsgruppe reduzierten sich im Vergleich zur Kontrollgruppe sowohl der Disease Activity Score (DAS-28) als auch das Schmerzlevel deutlich. Innerhalb der Versuchsgruppe konnten sogar 32 % der Teilnehmer die Medikation mit Steroiden bzw. mit nicht-steroidalen antiinflammatorischen Medikamenten (NSAID) reduzieren (Cseuz et al., 2005).

Eine Mineralstoffmischung mit 14 % basischen Citraten zeigte auch bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen einen positiven Effekt: Eine vierwöchige Studie mit 82 Teilnehmern ergab bei 93 % der Patienten eine Verbesserung der Schmerzsymptomatik um 49 %. Zusätzlich verbesserte sich die Beweglichkeit. Ein gestörter Säure-Basen-Haushalt war an den Rückenschmerzen also vermutlich maßgeblich beteiligt (Vormann et al., 2001; Vormann und Goedecke, 2006).

Mineralstoff-Supplemente in Form basischer Citrate können sich auch schützend auf die Knochenmineralisierung auswirken. In einer Studie an 161 Frauen mit Osteopenie, der Vorstufe von Osteoporose, supplementierten 82 Teilnehmerinnen täglich 1,2 g Kalium in Form von Kaliumcitrat sowie zusätzlich 500 mg Calcium und 400 internationale Einheiten Vitamin D. Nach zwölf Monaten war die Knochendichte erhöht und die Knochenstruktur deutlich verbessert. Durch die Nahrungsergänzung konnte die ernährungsbedingte Säurebelastung teilweise neutralisiert werden. Durch den Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts verblieb das Calcium im Knochen und wurde nicht als Puffersubstanz entnommen. Die restlichen 79 Teilnehmerinnen supplementierten anstelle des basenbildenden Kaliumcitrates das leicht säurebildende Kaliumchlorid mit Calcium und Vitamin D. Sie erreichten diesen positiven Effekt nicht und wiesen stattdessen sogar einen verschlechterten Knochenstatus auf (Jehle et al., 2006).

Glucosaminsulfat schützt die Gelenkgesundheit

Glucosamin ist ein wichtiger Bestandteil des Gelenkknorpels. Es hilft dem Körper, den beschädigten Gelenkknorpel wiederaufzubauen: Es wird bei der Bildung der Glukosaminoglykane verwendet, die zusammen mit Proteinen die Proteoglykane bilden. Glucosamin spielt somit eine wichtige Rolle bei der Reparatur und Erhaltung des Gelenkknorpels. Es hilft den Abbau von Gelenkknorpel auszugleichen und erleichtert die Wiederherstellung der normalen Gelenkbeweglichkeit. Glucosamin behindert zudem das gewebsschädigende Enzym Hyaluronidase (James und Uhl, 2001).

Glucosamin im Sport

Studien mit gesunden Sportlern belegen, dass Glucosamin sich positiv auf den Stoffwechsel des Gelenkknorpels auswirkt und den Gelenkabbau verlangsamen kann. Dieser Effekt ist vor allem für Sportler relevant, bei denen die Gelenke stark belastet werden. Die Probanden dreier Studien mit Fußballspielern und Radrennfahrern nahmen drei Monate lang täglich 1,5-3 g Glucosamin oral ein. Gemessen wurden verschiedene Biomarker für den Gelenkknorpel-Stoffwechsel im Urin. Die Ergebnisse der Studien deuten darauf hin, dass Glucosamin eine chondroprotektive Wirkung bei Sportlern verschiedener Sportarten hat, indem es den Kollagenabbau vom Typ II verhindert, während die Kollagensynthese vom Typ II aufrechterhalten wird. Die Wirkung ist vorübergehend und verschwindet nach dem Absetzen des Supplements (Yoshimura et al., 2009; Momomura et al., 2013). Nebenwirkungen traten keine auf (Tsuruta et al., 2018).

Eine placebokontrollierte Studie untersuchte den Einfluss von Glucosamin auf die Funktionsfähigkeit des Knies und auf den Grad der Schmerzintensität bei Leistungssportlern nach akuter Knieverletzung. Die Sportler bekamen vier Wochen lang täglich 1,5 g Glucosamin verabreicht. Nach der vierwöchigen Behandlung zeigten die Patienten aus der Glucosamingruppe im Vergleich zur Placebogruppe eine signifikante Verbesserung der Kniebeugung und -streckung. Es bestand kein signifikanter Unterschied in der Schmerzintensität und dem Grad der Knieschwellung (Ostojic et al., 2007).

Glucosamin bei Arthrose

Eine Metaanalyse untersuchte die Wirkungen und Nebenwirkungen von Glucosamin bei Arthrose im Vergleich zu dem Entzündungshemmer Diacerein und einem Placebo. Sowohl Diacerein als auch Glucosamin zeigten positive Effekte bei der Behandlung der Arthrose im Kniegelenk, Diacerein wies jedoch mehr Nebenwirkungen auf (Kongtharvonskul et al., 2015).

Bei der Behandlung von Arthrose wird häufig Glucosaminsulfat eingesetzt. In Lösung dissoziiert dieses zu Glucosamin und Sulfat. Sulfat ist ein wichtiger Nährstoff für die Bindegewebsmatrix und ein wichtiger Bestandteil von Proteoglykanen. Glucosaminsulfat begünstigt somit die Bildung von Glukosaminoglykanen sowie von Proteoglykanen als Ganzes. Zusätzlich verbessert es die Eigenschaft der Gelenksflüssigkeit als Schmiermittel (James und Uhl, 2001).

Eine Übersichtsstudie verglich die Wirkung von Glucosaminsulfat und Glucosaminhydrochlorid auf die Schmerzen bei Arthrose. Bei der Behandlung mit Glucosaminsulfat konnte ein deutlich stärkerer Effekt beobachtet werden als bei Glucosaminhydrochlorid (Effektgröße 0,44 vs. 0,06) (Vlad et al., 2007).

Dr. Jacob’s pHysioBase – die praktische Kombination von Basen mit Glucosamin

Ist eine Ernährungsumstellung zugunsten basenbildender, pflanzlicher Lebensmittel nicht hinreichend möglich, kann eine Nahrungsergänzung mit Mineralstoffen auf Basis organischer Citrate sinnvoll sein. Insbesondere bei chronischen Schmerzen im Bereich der Gelenke, wie z. B. bei Arthrose, ist die kombinierte Einnahme mit Glucosaminsulfat sinnvoll. 

Dr. Jacob’s pHysioBase mit Mineralstoffen auf Basis organischer Citrate sowie Glucosaminsulfat ist als synergistische Produktkombination besonders geeignet zur Unterstützung des Bewegungsapparates. Die enthaltenen Mineralstoffe werden bei einer Übersäuerung vermehrt benötigt. Auch die besonders gut bioverfügbaren Citrate wirken entsäuernd. Durch das Glucosaminsulfat kann sich das Knorpelgewebe regenerieren. Bei Anwendung von pHysioBase über längere Zeit verbessert sich durch die Entschlackung des Bindegewebes auch die Nährstoffversorgung des Gelenkknorpels.

Das Trinken von 1-2 Portionen pHysioBase täglich kann zudem einen wichtigen Beitrag zur ausreichenden Versorgung mit Flüssigkeit leisten. Das Trinken von mindestens zwei Litern am Tag hält die Nieren fit und ist in diesem Zusammenhang auch für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt von Bedeutung. 

Literatur

  • Cseuz RM, Bender T, Vormann J (2005): Alkaline mineral supplementation for patients with rheumatoid arthritis; Rheumatology; 44 (Supplement 1): i76.
  • Donaldson MS, Speight N, Loomis S (2001): Fibromyalgia syndrome improved using a mostly raw vegetarian diet: an observational study. BMC Complement Altern Med; 1: 7.
  • Frassetto LA, Morris RC Jr, Sebastian A (1996): Effect of age on blood acid-base composition in adult humans: role of age-related renal functional decline. Am J Physiol; 271(6 Pt 2): F1114-F1122.
  • Hänninen O, Rauma AL, Kaartinen K, Nenonen M (1999): Vegan diet in physiological health promotion. Acta Physiol Hung; 86(3-4): 171-180.
  • James CB, Uhl TL (2001): A review of articular cartilage pathology and the use of glucosamine sulfate. J Athl Train; 36(4): 413-419.
  • Jehle S, Zanetti A, Muser J, Hulter HN, Krapf R (2006): Partial neutralization of the acidogenic Western diet with potassium citrate increases bone mass in postmenopausal women with osteopenia. J Am Soc Nephrol; 17(11): 3213-3222.
  • Kaartinen K, Lammi K, Hypen M, Nenonen M, Hanninen O, Rauma AL (2000): Vegan diet alleviates fibromyalgia symptoms. Scand J Rheumatol; 29(5): 308-313.
  • Kjeldsen-Kragh J, Haugen M, Borchgrevink CF, Laerum E, Eek M, Mowinkel P, Hovi K, Førre O (1991): Controlled trial of fasting and one-year vegetarian diet in rheumatoid arthritis. Lancet; 338(8772): 899-902.
  • Kongtharvonskul J, Anothaisintawee T, McEvoy M, Attia J, Woratanarat P, Thakkinstian A (2015): Efficacy and safety of glucosamine, diacerein, and NSAIDs in osteoarthritis knee: a systematic review and network meta-analysis. Eur J Med Res; 20: 24.
  • Momomura R, Naito K, Igarashi M, Watari T, Terakado A, Oike S, Sakamoto K, Nagaoka I, Kaneko K (2013): Evaluation of the effect of glucosamine administration on biomarkers of cartilage and bone metabolism in bicycle racers. Mol Med Rep; 7(3): 742-746.Sluka KA, Winter OC, Wemmie JA (2009): Acid-sensing ion channels: A new target for pain and CNS diseases. Curr Opin Drug Discov Devel. 2009 Sep; 12(5): 693–704.
  • Ostojic SM, Arsic M, Prodanovic S, Vukovic J, Zlatanovic M (2007): Glucosamine administration in athletes: effects on recovery of acute knee injury. Res Sports Med; 15(2): 113-124.
  • Tsuruta A, Horiike T, Yoshimura M, Nagaoka I (2018): Evaluation of the effect of the administration of a glucosaminecontaining supplement on biomarkers for cartilage metabolism in soccer players: A randomized doubleblind placebocontrolled study. Mol Med Rep; 18(4): 3941-3948.Vlad SC, LaValley MP, McAlindon TE, Felson DT (2007): Glucosamine for pain in osteoarthritis: why do trial results differ? Arthritis Rheum; 56(7): 2267-2277.
  • Vormann J, Worlitschek M, Goedecke T, Silver B (2001): Supplementation with alkaline minerals reduces symptoms in patients with chronic low back pain. J Trace Elem Med Biol; 15(2-3): 179-183.
  • Vormann J, Goedecke T (2006): Acid-Base Homeostasis: Latent Acidosis as a Cause of Chronic Diseases. Latest findings on the beneficial disease-modifying aspects of an adequate dietary base supply. Schweiz Zschr GanzheitsMedizin; 18 (5).
  • Yoshimura M, Sakamoto K, Tsuruta A, Yamamoto T, Ishida K, Yamaguchi H, Nagaoka I (2009): Evaluation of the effect of glucosamine administration on biomarkers for cartilage and bone metabolism in soccer players. Int J Mol Med; 24(4): 487-494.