DarmHIT: Linderung bei Histaminintoleranz

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Histamin macht viel mehr als nur allergische Reaktionen

Histamin ist der Mediator jeder allergischen und pseudoallergischen Reaktion im Körper. Grundlegend steckt hinter einer Histaminintoleranz immer ein Ungleichgewicht zwischen Histamin-Bildung/-Ausschüttung und Histamin-Abbau. Im Darm sind hierfür meist die Zunahme Histamin-bildender Bakterien im Zusammenspiel mit einem relativen Mangel an Diaminoxidase (DAO), einem Histamin-abbauenden Enzym, verantwortlich. Für die Prävalenz der Histaminintoleranz kursieren Zahlen zwischen 1 % und 3 % der Bevölkerung. Da die Diagnose aber schwierig ist (unklare Diagnosekriterien, unterschiedliche Schweregrade, vorübergehende Betroffenheit durch Änderung äußerer Umstände) liegt die Dunkelziffer deutlich höher.

Das diagnostische Problem der Histaminintoleranz wird leicht verständlich, wenn man sich überlegt, welche extrem vielseitigen Wirkungen Histamin über die Histaminrezeptoren H1 bis H4 hat. Gleichzeitig wird ersichtlich, warum Histamin so häufig an scheinbar unerklärlichen Beschwerden wie z. B. Wetterfühligkeit und Schwindel beteiligt ist.

DarmHIT von Dr. Jacob‘s – das Grundkonzept

Dr. Jacob’s DarmHIT ist darauf ausgelegt, Menschen mit Histaminintoleranz (HIT) und/oder unspezifischen Darmbeschwerden, insbesondere Reizdarm, Linderung zu verschaffen. Aufgrund der antientzündlichen Inhaltsstoffe ist DarmHIT jedoch auch therapiebegleitend bei entzündlichen Darmerkrankungen sinnvoll.

Wirkungsweise von DarmHIT

Die Zutaten von DarmHIT verbessern über drei entscheidende Mechanismen die Symptome der Histaminintoleranz:

  1. Histamin binden & abbauen: Mikronisierter Diatomit, calciumreiche Meeresalge, Vitamin B6, Kupfer, Vitamin C, Magnesium, Zink, Calcium, Wasser
  2. Entzündungen & Ödeme lindern, Mastzellen stabilisieren: Quercetin, Weihrauch, Lecithin, Wasser
  3. Verdauung normalisieren: Bifidobakterium breve, Artischocke, Bromelain, Pfefferminzöl, Kurkuma, Ingwer

Histamin binden und abbauen

Mikronisierter Diatomit

Der Diatomit aus urzeitlichen Kieselalgen ist eine wesentliche Zutat in DarmHIT. Für seine sehr guten Filter- und Protein-Bindeeigenschaften ist er schon lange bekannt. Der verwendete Diatomit wird nach besonderen Reinheitskriterien ausgewählt und mikronisiert.

  • Mikronisierung: Die poröse Oberfläche wird stark vergrößert und erlangt besondere physikalische Bindungseigenschaften.
  • Die amorphe Struktur (nicht kristallin!) ist besonders gut verträglich und reizt die Schleimhäute nicht.
  • Der Diatomit bleibt im Darm und bindet dort das Protein Histamin, histaminbildende Bakterien und Toxine (z. B. Ammoniak).
  • Vorteil: Nur sehr geringe Menge von Aluminium enthalten, insbesondere im Vergleich zu Zeolith/Klinoptilolith und Löss-Erden (Heilerde)
  • Jede Portion DarmHIT liefert 2200 mg mikronisierten Diatomit.

Calciumreiche Meeresalge (Rotalgenextrakt)

Rotalgenextrakt ist besonders reich an natürlichem Calcium, das eine hohe Bioverfügbarkeit aufweist. Calcium unterstützt unter anderem die normale Funktion von Verdauungsenzymen. Die in DarmHIT enthaltene Meeresalge hat zudem eine große Oberfläche, die Histamin und Toxine bindet. Calcium ist ein klassisches natürliches Anti-Allergikum und Anti-Histaminikum.

Im Körper blockiert Calcium die Freisetzung von Histamin und fördern dessen chemischen Abbau. Wichtigster Gegenspieler von Calcium ist Magnesium. Bei längeren und hochdosierten Magnesiumtherapien ist stets an eine zusätzliche Calciumzufuhr zu denken und umgekehrt. Die Resorption von Calcium im Darm wird durch Eiweiß erhöht und durch Phytin (Getreide) und Phosphat vermindert. Schwarztee und Kaffee stimulieren die Ausscheidung über die Nieren.

Einsatzgebiete von Calcium: Allergien, Krämpfe, chronische Müdigkeit, Depressionen, Parodontose, Osteoporose, Übersäuerung.

In DarmHIT liegt Calcium organisch gebunden in der Meeresalge vor. Außerdem wird es kombiniert mit Magnesium, im natürlichen Verhältnis von ca. 3:2. Jede Portion DarmHIT liefert 625 mg Rotalgenextrakt mit 200 mg Calcium.

Magnesium

Bei niedrigen Magnesiumwerten im Blut besteht eine erhöhte Allergiebereitschaft. Magnesiummangel sowie Kälte und Hitze können über die Stimulierung der Histidin-Decarboxylase zu einer vermehrten Histaminbildung führen. Magnesium hilft, indem es bei der Freisetzung von Histamin und der Leukotriene eine wichtige regulierende Funktion ausübt.

Magnesium findet sich z.B. in Sonnenblumenkernen, Hirse, Haferflocken, Hülsenfrüchten oder frischem Blattspinat.

Bei Zufuhr von hohen Magnesiumdosen über längere Zeit ist zu beachten, dass Magnesium und Calcium Gegenspieler sind. DarmHIT enthält neben Magnesium auch Calcium – beides im natürlichen Verhältnis von ca. 2:3.

Einsatzgebiete von Magnesium: Ängste und innere Unruhe, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, Asthma, Depressionen, Burn-Out, Diabetes, Migräne, Muskelkrämpfe, Verstopfung, Osteoporose

Das Magnesium in DarmHIT liegt als Magnesiumcarbonat vor. Magnesiumcarbonat verbindet sich in Wasser mit der ebenfalls enthaltenen Ascorbinsäure (Vitamin C) zu wertvollem Magnesiumascorbat. Jede Portion DarmHIT liefert 125 mg Magnesium.

Vitamin C

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein wasserlösliches Vitamin, vom Körper gemäß neueren Forschungsergebnissen in den Basalmembranen gespeichert, und an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen beteiligt. Vitamin C bewirkt, dass überschüssiges Histamin schneller abgebaut und das Gewebe von Histamin befreit wird.

DarmHIT enthält pro Portion 300 mg Vitamin C, das mit dem ebenso enthaltenen Magnesiumcarbonat zu gut verträglichem Magnesiumascorbat reagiert.

Zink

Zink ist an allen wichtigen Körperfunktionen beteiligt. Er steuert rund 300 lebenswichtige Enzyme, ist unabdingbar notwendig für ein leistungsfähiges Gehirn und den Schutz der Zellen vor freien Radikalen sowie unentbehrlich für den Eiweißaufbau in Muskeln und Zellen.

Zink blockiert die Histaminfreisetzung und induziert dessen chemischen Abbau. Das Spurenelement ist ein bedeutendes Antiallergikum, insbesondere bei Pollenallergie. Zink stärkt das Immunsystem nachhaltig: Etwa 60 Systeme innerhalb des Immunsystems sollen zinkabhängig sein. Zink stabilisiert auch die Zellmembranen und ist wichtiger Co-Faktor in der nächtlichen Säureausscheidung. Die Säureausscheidung in der Niere, wie übrigens auch im Magen, ist abhängig von der Carboanhydrase und diese wiederum von Zink.

Bei folgenden Erkrankungen besteht ein erhöhter Zinkbedarf: Diabetes, chronische Infektions-erkrankungen, chronischer Stress, Rheuma, Allergien. Auch im Sport, in der Schwangerschaft, bei Infektionen und Erkältungen besteht ein erhöhter Bedarf.

Vitamin B6

Die Diaminoxidase (DAO) ist ein Enzym, das schon im Darm Histamin abbaut. Vitamin B6 und Vitamin C sind Cofaktoren in der Bildung dieses Enzyms. Ein Mangel an Vitamin B6 und C kann einen DAO-Mangel begünstigen und so zu einem eingeschränkten Histaminabbau führen. Zusätzlich kann die Einnahme bestimmter Medikamente oder Alkohol die DAO-Enzymaktivität hemmen. Rauchen, ein Übermaß an Kaffee und Alkohol, die Anti-Baby-Pille und andere Medikamente erhöhen den Vitamin-B6-Bedarf.

Kupfer

Primär ist Kupfer ein entzündungshemmendes Spurenelement und bei entzündlichen Vorgängen im Körper erhöht (bei gleichzeitig erniedrigtem Eisen). Kupfer ist ebenfalls Cofaktor des Histamin-abbauenden Enzyms DAO.

Ein Defizit an Kupfer kann bei extremer Nahrungskarenz, bei Stress-Hypersensibilität, bei Dopamin-Stoffwechselstörungen und bei Pigmentstörungen auftreten. Kupfer kann oxidative Prozesse fördern. Erhöhtes Kupfer kann im Alter oder am Ende einer Schwangerschaft physiologisch auftreten, ebenso bei Einnahme von Östrogen-Progesteron-Präparaten und Antiöstrogenen sowie bei Krankheiten wie Hämochromatose, Hyperthyreose, Brustkrebs und Hepatitis C.

An den Einsatz von Kupfer sollte man denken bei: Histamin-Intoleranz, Allergien, Immunschwäche, Stress – Burn-Out, Bindegewebsschwäche.

Da zu viel Kupfer auch prooxidativ und schädlich wirken kann, sollte man nur geringe Dosen ergänzen.

Entzündungen & Ödeme lindern, Mastzellen stabilisieren

Quercetin

Quercetin ist ein im Pflanzenreich weit verbreitetes Flavonoid. Es ist in vielen häufig verzehrten Nahrungsmitteln zu finden (z. B. Kapern, Zwiebeln, Äpfel, Beeren, Kohlgemüse, Nüsse, Tee), aber auch in zahlreichen Arzneipflanzen (z. B. Johanniskraut, Ginkgo biloba, Holunder).

Quercetin hemmt die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen und reguliert bei einigen Mastzelllinien die mRNA des Enzyms Histidin-Decarboxylase (bildet Histamin) nach unten (Shaik et al., 2006). Durch Stabilisierung der Mastzellmembranen und Verringerung der Histaminaus-schüt¬tung wirkt es als natürliches Antihistaminikum antiallergisch.

Quercetin wirkt außerdem entzündungshemmend durch Hemmung der Lipoxygenase-Enzyme und der Phospholipase A2 und hemmt die Bildung entzündungsfördernder Prostaglandine und Leukotriene (Mlcek et al., 2016). Das Leukotrien B4 ist ein stark wirksamer Bronchokonstriktor, Bronchienverenger). Zusammen mit der Antihistaminwirkung ist Quercetin also auch effektiv bei Pollenallergien und Asthma.

Die Wirkungen von Quercetin auf den menschlichen Körper sind äußerst vielfältig (Anand David et al., 2016; Mlcek et al., 2016):

  • Ausgeprägte antioxidative Wirkung.
  • Hemmt die Oxidation des LDL-Cholesterins.
  • Schützt Vitamin E vor Oxidation und kann wahrscheinlich bereits oxidiertes Vitamin E regenerieren.
  • Hemmung der Thrombozytenaggregation (Verklebung der Blutplättchen).
  • Ausgeprägte Schutzwirkung auf die Herzgefäße. Eine hohe Flavonoidzufuhr (Tee, Äpfel, Zwiebeln) geht mit einem deutlich geringeren Erkrankungsrisiko für Herzinfarkt und Hirninfarkt einher.
  • Entzündungshemmung: Zyklooxygenase-Hemmung, Lipoxygenase-Hemmung; Hemmung entzündungsvermittelnder Botenstoffe: Leukotriene und Prostaglandine.
  • Schützt in Verbindung mit Vitamin C neurovaskuläre Strukturen in der Haut
  • Verhindert Nervenschädigung (Neurone) bei entleertem Glutathionspeicher.
  • Hemmt stark das Enzym Aldosereduktase, welches die Umwandlung von Glukose zu Sorbitol beschleunigt. Die Aldosereduktase spielt eine wichtige Rolle in der Kataraktentstehung im Auge (grauer Star).
  • Ausgeprägte antivirale Wirkung (HI-Virus, andere Retroviren, Herpes-simplex-Viren Typ 1, Polioviren Typ 1, Parainfluenzaviren Typ 3)
  • Hemmt auch die Virenvermehrung in der Zelle.
  • Quercetin wirkt krebshemmend auf mehrere Arten von Krebszellen. In mehreren Studien wurde dies belegt für: Prostata, Brustkrebs, Leukämie, Dickdarm, Eierstock, Gebärmutter, Magen, Plattenepithelkarzinom, nicht-kleinzelliger Lungenkrebs.
  • Quercetin hemmt die Xanthinoxidase und reduziert so die Harnsäurebildung. Vermehrte Harnsäurebildung führt zur Gichtkrankheit.
  • Quercetin weist auch magenschützende Eigenschaften auf (Magengeschwüre, Helicobacter pylori).

Eine Portion DarmHIT enthält 190 mg Quercetin, das aus den Knospen des Honigbaums (Sophorae japonica) hergestellt wird.

Weihrauch – Boswellia

Weihrauchextrakte wirken stabilisierend auf Mastzellen (Pungle et al., 2003) und können die Entwicklung von Histamin-induzierten Ödemen verhindern. Sie haben außerdem antientzündliche Effekte (Mbiantcha et al., 2018), die durch die Boswelliasäuren im Weihrauch ausgelöst werden. Sie hemmen das Enzym 5-Lipoxygenase und die Freisetzung von Cytokinen (Ammon, 2018).

Vor allem beim allergisch bedingten Asthma spielen Leukotriene als Entzündungsvermittler eine maßgebliche Rolle. Weihrauch ist ein natürlicher, sehr effektiver Leukotrienhemmer und somit eine Alternative zum Cortisol – ohne die Cortisol-Nebenwirkungen.

Boswellia-Extrakte helfen auch bei entzündlichen Darmerkrankungen: 3x täglich 350 mg Weihrauchextrakt verhalfen 82 % Colitis Ulcerosa-Patienten in die Remissionsphase (Gupta et al., 1997). Bei der Behandlung von Morbus Crohn in der akuten Phase half ein Weihrauchextrakt genauso gut wie ein Medikament (Gerhardt et al., 2001).

Die hochwertigste Weihrauchform ist die Späternte des indischen Weihrauchs Boswellia serrata (Ammon, 2018).

Eine Portion DarmHIT enthält 200 mg Weihrauchextrakt aus der Pflanze Boswellia serrata, mit 75 % Boswelliasäuren (40 % beta-Boswelliasäuren, 10 % AKBBA).

Lecithin

Lecithin ist ein wichtiger Bestandteil der Schleimhautschicht des Darms: Es macht mit mehr als 70 % den größten Teil der darin enthaltenen Phospholipide aus und sorgt durch die Bildung einer hydrophoben Schicht dafür, dass der Darm vor den Darmbakterien geschützt ist. Bei der Erkrankung Colitis ulcerosa ist der Lecithinanteil der Darmschleimhaut um etwa 70 % reduziert. Die fehlende Barriere ermöglicht es den Darmbakterien, in die Schleimhaut einzudringen und Entzündungen hervorzurufen. Studien zeigen, dass die Einnahme von Lecithin dieser Entwicklung entgegenwirken kann (Stremmel und Gauss, 2013).

DarmHit enthält pro Portion 315 mg Lecithin aus Sonnenblumenkernen.

Wasser – ein natürliches Antihistaminikum?

Histamin ist beteiligt an den Abwehrsystemen des Körpers (Viren, Bakterien, Chemikalien) und offenbar auch an der Regulierung des Wasserhaushalts. Bei normalem Wassergehalt im Körper laufen diese Prozesse unbemerkt und ungestört ab. Bei Wassermangel/Austrocknung wird die wasserregulierende Aktivität des Histamins jedoch hochgefahren. Histamin-produzierende Zellen werden überproportional angeregt. In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass unter Wasserzufuhr die Histaminwerte im Blut sanken. Die Lunge ist ein wasserausscheidendes Organ (Verdunstung). Histamin verengt die Bronchien und setzt so die Verdunstungsrate herab. Asthmatiker sollen daher regelmäßig und genügend trinken.

Normalerweise verhindert Adrenalin bei überschießender Histaminausschüttung die Entstehung von Asthma und Allergien, da Adrenalin das natürliche Gegenmittel von Histamin ist. Wasser wirkt einer gesteigerten Histaminaktivität direkt entgegen, indem es das sympathische Nervensystem stimuliert, verstärkt Adrenalin auszuschütten. Über den Tag verteilt sollten 30–35 ml Wasser pro kg Körpergewicht getrunken werden (ca. 2 Liter Wasser bei 60 kg).

Verdauung normalisieren

Bifidobakterium breve

Das Darmbakterium Bifidobakterium breve BR03 ist eine bei Histaminintoleranz geeignete Darmbakterienart. Es zeigte in in-vitro-Studien eine antientzündliche Wirkung (Nicola et al., 2010). In einer klinischen Studie wurde die Linderung von Symptomen des Reizdarm-Syndroms nachgewiesen (Saggioro, 2004).

Leaky Gut: Das Bifidobakterium breve BR03 zeigte in einem Epithelzellmodell eine präventive und eine wiederherstellende Wirkung auf einen entzündlichen Schub. Gemessen wurde die Barrierefunktion der Zellen (Permeabilität und elektrischer Widerstand).

Das in DarmHIT enthaltene Bifidobakterium breve BR03 ist in einer Matrix pflanzlicher Fettsäuren mikroverkapselt (patentierte Technologie):

  • Bakterien erreichen unbeschadet durch Magen- und Gallensäure den Dickdarm, wo sie aktiv werden
  • Etwa 5 x weniger Bakterien für dieselbe Besiedelungseffizienz notwendig (im Vergleich zu nicht-verkapselten Bakterien)
  • Lange Haltbarkeit der Bakterien im Produkt

Artischocke

Die Artischocke – insbesondere ihre Blätter – enthält wertvolle Inhaltsstoffe, wie z. B. Cynarin und Silymarin. Auch Quercetin und Rutin sind in Artischockenblatt-Extrakten enthalten (s. Quercetin; Rutin ist ein Quercetin-Glykosid).

Cynarin stimuliert die Bildung von Gallenflüssigkeit und verbessert so die Verdauung von Fetten und die Absorption von fettlöslichen Vitaminen und fettlöslichen Wirkstoffen (z. B. aus Weihrauch¬extrakt). Durch die Bildung von Galle werden auch Toxine und Cholesterin aus der Leber entfernt. Das Flavonoid Silymarin schützt die Leber außerdem, indem es die in den Zellmembranen vorhandenen Fette vor Oxidation schützt.

In einer zweimonatigen Studie verbesserte die Einnahme eines Artischockenblatt-Extraktes neben Verdauungsstörungen auch Symptome des Reizdarmsyndroms um 26,4 % (Bundy et al., 2004).

Eine Portion DarmHIT enthält 200 mg Artischockenblattextrakt.

Bromelain

Bromelain ist ein aus Ananas gewonnenes pflanzliches Enzym. Bromelain wird seit langem erfolgreich als Verdauungsenzym eingesetzt. Es verbessert die Fett- und Proteinverdauung (Balakrishnan et al., 1981; Glade et al., 2001; Knill-Jones et al., 1970; Pellicano et al., 2009) und hilft somit bei leichteren Verdauungsbeschwerden.

Bromelain wirkt außerdem entzündungshemmend. Bei Mäusen, die gezielt auf das Auftreten einer Colitis gezüchtet wurden, verringerte die tägliche Behandlung mit Bromelain das Auftreten und den Schweregrad der Erkrankung. Bei einer bereits vorhandenen Colitis verringerte Bromelain die Schwere der Darmentzündung (Hale et al., 2005). Auch bei Patienten mit milder Colitis Ulcerosa wurde von einer schnellen Verbesserung der Symptome berichtet, wenn diese zusätzlich zu ihren Medikamenten Bromelain einnahmen (Kane und Goldberg, 2000).

Eine Portion DarmHIT enthält 100 mg Bromelain.

Pfefferminze, Ingwer, Kurkuma

Pfefferminzöl beeinflusst die Physiologie verschiedener Verdauungsorgane, wie z. B. Magen, Gallenblase, Dünndarm und Dickdarm. Es wird bereits seit Jahrhunderten bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes eingesetzt. Unter anderem der Einsatz beim Reizdarmsyndrom wird durch Studien gestützt. Pfefferminzöl übt seine positive Wirkung über verschiedene Mechanismen aus (Chumpitazi et al., 2018):

  • Entspannung der glatten Muskulatur
  • Modulation der viszeralen Empfindlichkeit
  • Antimikrobielle Effekte
  • Entzündungshemmung
  • Modulation psychosozialer Belastung

Ingwer zeigt laut zahlreichen Studien Vorteile bei Übelkeit und Erbrechen (z. B. Langmead und Rampton, 2001). Übelkeit wird vor allem auch über Histamin vermittelt.

Kurkuma (Curcuma longa), auch Gelbwurz genannt, enthält den Pflanzenstoff Curcumin. Er wirkt antioxidativ, antientzündlich, krebshemmend und unterstützt die Bildung und das Recycling von L-Glutathion, einem der wichtigsten Antioxidanzien im Körper (Biswas et al., 2005; Iqbal et al., 2003; Menon und Sudheer, 2007; Vecchi Brumatti et al., 2014). In den Leitlinien zur Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa wird der komplementäre Einsatz von Curcumin zur Aufrecht¬erhaltung der Ruhephase empfohlen (Dignass et al., 2011). Der Hauptmechanismus von Curcumin bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist die Unterdrückung entzündlicher Verbindun¬gen wie NFkappaB, die die Immunantwort auslösen (Vecchi Brumatti et al., 2014). Die kombinierte Einnahme mit Lecithin verbessert die Bioverfügbarkeit des fettlöslichen Curcuminmoleküls (Cuomo et al., 2011). Personen mit Histaminintoleranz zeigen oft Symptome, wenn sie länger gelagerte oder vergorene Lebensmittel verzehren. Diese Reaktion hängt mit Histamin-produzierenden Bakterien zusammen, die sich auf Lebensmitteln ansiedeln können. Auch hier zeigen Kurkuma und Ingwer ihre Wirkung: Als natürliche Konservierungsmittel reduzieren sie das Wachstum solcher Bakterien oder können es sogar verhindern (Paramasivam et al., 2007).

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