Brokkolisamen Sulfo forte: Selektierte Premium-Qualität

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  • Brassica rapa sylvestris in selektierter Premium-Qualität
  • Zum Zermahlen oder Keimen
  • Enthält von Natur aus Sulforaphan und Glukoraphan. Chargenanalyse (UBF 04.11.2016) pro 100 g: Sulforaphan 1045 mg. Analysewerte unterliegen den für Naturprodukte üblichen Schwankungen.

Sulforaphan und Glukoraphan in Brokkoli

Sulforaphan und Glukoraphan sind sekundäre Pflanzenstoffe und gehören zur Gruppe der Senfölglykoside. Diese kommen in Kreuzblütengewächsen wie den verschiedenen Kohlarten, Kohlrabi, Radieschen, Brokkoli, Senf oder Meerrettich vor und sind für den (leicht) scharfen Geschmack verantwortlich.

Brokkoli enthält große Mengen an Glukoraphan, das durch das Brokkoli-eigene Enzym Myrosinase in das bioaktive Sulforaphan umgewandelt wird (Herr et al., 2013). Brokkoli ist somit eine hervorragende Quelle für Sulforaphan und Glukoraphan. Insbesondere in den Samen sind diese beiden Substanzen in großer Menge enthalten. 

Zubereitung zerstört großen Teil der wertvollen Brokkoli-Inhaltststoffe

Da Sulforaphan und Glukoraphan hitzeempfindlich und wasserlöslich sind, ist der Gehalt bei gegartem Gemüse stark reduziert. Durch das Erhitzen bei der Zubereitung von Brokkoli wird zudem die Myrosinase inaktiviert, was die Bildung von Sulforaphan verhindert. Dies ist auch bei handelsüblichem, tiefgefrorenem Brokkoli, der vor dem Einfrieren blanchiert wird, bereits teilweise der Fall. Nach der empfohlenen Zubereitung ist schließlich kaum noch Enzymaktivität vorhanden (Dosz und Jeffery, 2013). 

Um die Sulforaphan-Ausbeute zu erhöhen, kann man einen einfachen Trick anwenden: Isst man zu gekochtem Brokkoli ein Lebensmittel, das ausreichend aktive Myrosinase enthält, z. B. rohe Brokkolisprossen, Meerrettich oder Wasabi, kann durch diese auch das Glukoraphan aus dem Brokkoli zu Sulforaphan umgesetzt werden. Dadurch kann die Sulforaphan-Aufnahme aus Brokkoli deutlich erhöht werden (Cramer und Jeffery, 2011; Daily Mail Reporter, 2011). 

Optimal: rohe Brokkolisamen oder Brokkolisprossen

Rohe Brokkolisprossen enthalten 10- bis 100-mal mehr Glukoraphan (Fahey et al., 1997) als roher Brokkoli (ca. 55 mg in 500 g) (Herr und Büchler, 2010). Der Verzehr unerhitzter Brokkolisamen oder -sprossen ist daher eine gute Alternative bzw. Ergänzung zu Brokkoligemüse.

Sulforaphan gegen Krebs – Wissenschaftliche Erkenntnisse

In zahlreichen Studien konnten durch den Einsatz von Sulforaphan allein oder in Kombination mit anderen Naturstoffen oder Medikamenten bereits viele gesundheitsförderliche Effekte nachgewiesen werden, unter anderem eine Antikrebs-Wirkung.

Die Arbeitsgruppe um Professorin Ingrid Herr (Universitätsklinikum Heidelberg und Deutsches Krebsforschungszentrum) untersucht seit 2007, wie Tumorstammzellen in ihrer Ausbreitung gehemmt werden können. Durch den Einsatz von Sulforaphan konnte sowohl das Tumorwachstum als auch die Bildung von Metastasen gehemmt werden. Sie entdeckten, dass durch Sulforaphan der Stoffwechselweg unterbrochen werden kann, der Tumorstammzellen für eine Chemotherapie unschädlich macht – der NF-kappaB-Signalweg. 

In einer ihrer Studien wurde gezeigt, dass Sulforaphan pankreatische Tumor-auslösende Zellen angreift, indem es die Bindung von NF-kappaB hemmt und Apoptose induziert. Sulforaphan zeigte dabei eine größere Wirkung als das Chemotherapeutikum Gemcitabin (Kallifatidis et al., 2009). 

Eine weitere Studie ergab, dass der Pflanzenstoff Quercetin (enthalten z. B. in Zwiebeln und Kapern) die NF-kappaB-Bindung in pankreatischen Tumorstammzellen steigerte, dass durch die Kombination mit Sulforaphan dieses proliferative Merkmal aber komplett unterbunden werden konnte. Hingegen könnte Quercetin die Bildung von Metastasen vermutlich bereits im Anfangsstadium unterdrücken, da es die Expression dafür verantwortlicher Proteine hemmt. Die Kombination aus Quercetin und Sulforaphan zeigte eine Verstärkung dieser Wirkung (Zhou et al., 2010).

Sulforaphan zeigt auch in Kombination mit anderen Zytostatika eine zytotoxische Wirkung gegenüber Tumorstammzellen aus Pankreas und auch Prostata, wobei Sulforaphan die Wirkung der Zytostatika sogar verstärkt. Auch in diesem Fall wirkt Sulforaphan über eine Hemmung des NF-kappaB-Signalweges (Kallifatidis et al., 2011; Rausch et al., 2010).

Literatur

  • Cramer JM, Jeffery EH (2011): Sulforaphane Absorption and Excretion Following Ingestion of a Semi-Purified Broccoli Powder Rich in Glucoraphanin and Broccoli Sprouts in Healthy Men. Nutr Cancer; 62(2): 196-201.
  • Daily Mail Reporter (2011): Spicing up broccoli with wasabi or horseradish makes it an even better cancer-buster. http://www.dailymail.co.uk/health/article-2036867/Cancer-buster-broccoli-healthier-wasabi-horseradish.html (02.07.2013).
  • Dosz EB, Jeffery EH (2013): Commercially produced frozen broccoli lacks the ability to form sulforaphane. J Funct Foods; 5(2): 987-990.
  • Fahey JW, Zhang Y, Talalay P (1997): Broccoli sprouts: An exceptionally rich source of inducers of enzymes that protect against chemical carcinogens. Proc Natl Acad Sci USA; 94: 10367-10372.
  • Herr I, Büchler MW (2010): Dietary constituents of broccoli and other cruciferous vegetables_ Implications for prevention and therapy of cancer. Cancer Treat Rev; 36(5): 377-383.
  • Herr I, Rausch V, Büchler MW (2013): Senfölbombe der Kreuzblütler – pflanzlicher Verteidigungsmechanismus mit therapeutischer Wirkung. DZO; 45: 4-13.
  • Kallifatidis G, Labsch S, Rausch V, Mattern J, Gladkich J, Moldenhauer G, Büchler MW, Salnikov AV, Herr I (2011): Sulforaphane Increases Drug-mediated Cytotoxicity Toward Cancer Stem-like Cells of Pancreas and Prostate. Mol Ther; 19(1): 188-195.
  • Kallifatidis G, Rausch V, Baumann B, Apel A, Beckermann BM, Groth A, Mattern J, Li Z, Kolb A, Moldenhauer G, Altevogt P, Wirth T, Werner J, Schemmer P, Büchler MW, Salnikov AV, Herr I (2009): Sulforaphane targets pancreatic tumor-initiating cells by NF-κB-induced antiapoptotic signaling. Gut; 58: 949-963.
  • Rausch V, Liu L, Kallifatidis G, Baumann B, Mattern J, Gladkich J, Wirth T, Schemmer P, Büchler MW, Zöller M, Salnikov AV, Herr I (2010): Synergistic Activity of Sorafenib and Sulforaphane Abolishes Pancreatic Cancer Stem Cell Caracteristics. Cancer Res; 70(12): 5004-5013.
  • Zhou W, Kallifatidis G, Baumann B, Rausch V, Mattern J, Gladkich J, Giese N, Moldenhauer G, Wirth T, Büchler MW, Salnikov AV, Herr I (2010): Dietary polyphenol quercetin targets pancreatic cancer stem cells. Int J Oncol; 37: 551-561.